Rentner

Die Rente

Heute befasse ich mich mit einem Thema das die meisten von uns betreffen dürfte: Die gesetzliche Altersvorsorge in Deutschland. Schauen wir uns das System der gesetzlichen Rente einmal genauer an:

Die gesetztliche Altersvorsorge ist – genauso wie die Kranken- und Arbeitslosenversicherung – ein Umlagesystem. Die eingenommenen Gelder werden sofort für die Zahlung von Leistungen an Anspruchsberechtigte wieder ausgegeben. Wer heute in die gesetzliche Rente einzahlt, der spart also nichts an sondern er erwirbt lediglich einen Anspruch auf Zahlungen in der Zukunft.

In den Sechziger Jahren kamen auf einen Rentner in Deutschland sechs Rentenbeitragszahler. Aktuell kommen etwa 2,7 Einzahler für einen Rentner auf. In Zukunft wird sich das Verhältnis weiter zuungunsten der Beitragszahler verschieben (1,2). Aktuell „garantiert“ die GroKo ein Rentenniveau von 48 % bei einem maximalen Beitragssatz von 20% bis zum Jahr 2025 – Du hast richtig gelesen, die Garantie gilt für einen Zeitraum von sieben (!) Jahren.

Kleine Anekdote am Rande: Die Rentenansprüche sind der Grund, warum Deutschland laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im internationalen Vergleich als reiches Land gilt! Der Anspruch wird einfach zum Durchschnittsvermögen hinzugerechnet (3). Hier wird also ein fiktiver Anspruch auf Auszahlung in ferner Zukunft tatsächlich einem Realvermögen aus Bargeld, Wertpapieren und Sachwerten gleichgesetzt. Eine Studie der EZB war 2013 übrigens zu dem Ergebnis gekommen, dass deutsche Haushalte über das geringste Median-Vermögen im gesamten Euroraum verfügen (3).

Die Frage ist, wie kann das Schneeballsystem der gesetzlichen Rente weiter funktionieren? Theoretisch müsste entweder die Anzahl der Beitragszahler für alle Zeiten immer weiter wachsen, um die immer größere Anzahl an Rentnern in Zukunft zu versorgen oder die Rentenbeiträge müssen immer weiter (bis ins Unendliche) steigen.

Die Praxis sieht so aus: Die Anzahl der Einzahler in den Rententopf nimmt seit Jahren ab. Grund ist, dass es immer weniger rentenversicherungspflichtige Vollzeitstellen gibt, aus denen Beiträge in das System fließen und stattdessen immer mehr „atypische“ Beschäftigungsverhältnisse (4). Die Rentenbezugsdauer hat sich zudem verlängert, da die Lebenserwartung der Deutschen seit den Sechziger Jahren gestiegen ist. Unabhängig davon kann es kein unendliches Bevölkerungswachstum geben, da die Ressourcen Deutschlands und unseres Planeten nun einmal begrenzt sind. Das System ist also von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Warum aber hält der Staat an diesem System fest? Möglicherweise ist es die Tatsache dass der Zusammenbruch des Rentensystems die heutige Rentnergeneration und damit einen gewichtigen Teil der Wähler nicht treffen wird. Durch die Anhebung des Renteneintrittseinalters, die Erhöhung der Versicherungsbeiträge und die Kürzung sowie Besteuerung der Auszahlungen lässt sich der Zusammenbruch zudem noch ein wenig hinauszögern. Für jüngere Menschen liegt das Thema wiederum so weit in der Zukunft, dass sie sich darüber wenig bis keine Gedanken machen. Zudem vertraut der überwiegende Teil der Bürger darauf, dass der Staat sich schon um ihn kümmern wird. Eigenverantwortliches Handeln wird vom Großteil der Wähler abgelehnt.

Da ich nicht weiß, ob und wieviel ich aus meinen Zwangseinzahlungen zurück erhalten werde, kümmere ich mich lieber selbst um meine Altersvorsorge. Zwar gibt es auch dann keine Garantie für ein Auskommen im Alter, jedoch erscheint mir dies sinnvoller als mich auf ein System zu verlassen, welches ohnehin zum Scheitern veurteilt ist. Wie ich das mache und was Ihr tun könnt, darüber werde ich in diesem Blog schreiben.

 

Quellen:

  1. https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Beitragszahler_Altersrentner.html
  2. https://www.welt.de/wirtschaft/article153774064/So-schlimm-steht-es-wirklich-um-die-deutsche-Rente.html
  3. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/diw-studie-rentenansprueche-verdoppeln-das-vermoegen-der-deutschen-14329684.html
  4. http://www.dgb.de/themen/++co++7b5b7678-47c2-11e3-8794-00188b4dc422

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.